Mittwoch, Dezember 31, 2008

Puppentanz der Superlative


Ich habe, nachdem ich mich in letzter Zeit immer wieder mit den Blogs anderer Leute auseinandergesetzt habe (Warum gibt es den aufregenden Starbucks-Blog nur für Amerika? Während die tolle rote Weihnachtsbecher haben kann ich nur im starbuckslosen Rheinland-Pfalz nicht mal mit verfolgen was nebenan bei den Kaffeeklatschversorgten vor sich geht…), jedenfalls, ich habe festgestellt, dass so gut wie niemand so lange Blogeinträge schreibt wie ich. Nicht, dass dieses Problem sich mir zum ersten Mal auftun würde – Ich kann mich einfach nicht kurz und knapp ausdrücken, meine Lehrer müssen von mir immer die längsten Arbeiten lesen und die Zettel am Kühlschrank sind zum Ausrollen konzipiert. Andererseits will ich schreiben und kein Webbilderbuch haben.

So kurz vor dem Jahreswechsel macht man sich aber nun mal Gedanken, ob man nicht irgendetwas ändern sollte. Am Besten was, das einen eigentlich glücklich macht, im Weltzusammenhang eingebettet aber falsch erscheint. Wie zum Beispiel Sonntags bis mittags im Bett zu bleiben, nachts Schokolade zu essen oder Frauentausch im Fernsehen zu gucken, statt vorbildlich zu sein. Man darf nur nicht aus den Augen verlieren, dass an die Stelle jeder scheinbaren Pflicht, die man erfolgreich vernachlässigt hat, ein ganzes Zeitfenster an Erholung und Entspannung tritt und Spaß.

Folglich lässt sich die einfache Gleichung Leben+Pseudopflichten=Leben-Spaß aufstellen, die deutlich macht, warum gute Vorsätze oft schädlich sind, aber glücklicherweise ja sowieso nur selten eingehalten werden. Es ist eben nicht immer richtig an die ultimative Konsequenz zu denken bei allem, was man tut. Wer sagt denn, dass die Welt morgen nicht untergehen könnte? (ich meine damit ein beliebiges Morgen, keine zweite Post-Millenium Apokalypse-Phantasie oder sowas)

Ich wünsche daher allen ein fröhliches neues Jahr und dass ihr nicht versucht etwas zu ändern, womit ihr eigentlich ganz zufrieden seid.

Samstag, Dezember 13, 2008

Wie man ein gewinnender Ritter wird

Ich hoffe es denkt niemand ich wäre meinem Blog schon nach drei Einträgen untreu geworden, so kann man das nämlich gar nicht nennen. Selbst das Thema meiner letzten Posts ist für mich noch völlig präsent und schwirrt in meinem Kopf herum wie ein Schwarm aufgescheuchter Kolibris. Deshalb auch heute – entgegen mehrfach geäußerte Wünsche – wieder keine Geschichte über das spannende Leben meiner Katze, obwohl ich schon viele gute Einfälle für Überschriften hatte, wie „Slimfast für die Katz?!“...

Gestern ist mir eine „Redewendung“ eingefallen, die früher an meiner Grundschule sehr beliebt war, besonders bei Leuten, die anderen die Spielsachen kaputt gemacht haben oder nie von der Schaukel gehen wollten: „Pech dich“. Davon abgesehen, dass das keine grammatikalisch richtige Aufforderung und außerdem unmöglich ist, legt diese Formulierung nahe, dass Pech haben eine aktive und außerdem reflexive Handlung sein könnte. Um diese These noch mehr zu untermauern, will ich noch mal daran erinnern, dass Pech in seiner Grundbedeutung ja eigentlich dieses schwarze Klebezeugs ist, dass die gewinnenden Ritter den verlierenden Rittern von ihrer Burg aus auf den Kopf geschüttet haben. Überspitzt gedacht könnte man also denken, dass, wenn einem etwas Dummes passiert, man die Wahl hat (denn die Wahl hat man absolut immer) zwischen „Ich schütte mir selbst einen großen Topf schwarzes Klebezeugs über den Kopf und mache somit nicht nur mich unglücklich, sondern auch allen anderen deutlich, wie arm ich dran bin“ und „Ich verzichte auf diese Selbstbestrafung und richte meinen Blick stattdessen auf die Glücke, die mir in letzter Zeit passiert sind“. Vielleicht macht man sich somit selbst zur Gold- bzw. Pechmarie. Die Definierbarkeit von Glück und Pech wäre damit auch ziemlich geklärt. Ist es eigentlich auch dann noch Pech, wenn man der einzige ist, der überhaupt etwas davon weiß? IST man ein Pechvogel, wenn niemand weiß, dass man Pech hat, weil niemand weiß, wie man Pech für sich selbst definiert hat? Gibt es Pech überhaupt oder gibt es am Ende lediglich die heiße Klebecreme?

Freitag, Oktober 24, 2008

Ungerechte Welt

Dieser Post bezieht sich direkt auf den Kommentar, den ich zu meinem letzten Post bekommen habe, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob soetwas üblich ist.
Jedenfalls meint der letzte Eintrag keineswegs, dass die Welt gerecht wäre. Kann ja sein, dass man für das Pech seinen Arbeitsplatz zu verlieren nur das Glück von einer schimmligen in eine kleinere saubere Wohnung zu ziehen bekommt. Das gleicht sich nicht direkt aus, besonders auch, weil manche Menschen vom Pech verfolgt und andere vom Glück begünstigt zu sein scheinen.
Aber auch an anderen Kriterien ist es einfach zu erkennen, wie ungerecht das Leben ist. Ich erinnere mich dabei an eine Religionstunde aus der siebten Klasse, in der ich von vielen anderen, die der Ansicht waren, die Welt sei gerecht, regelrecht ausgebuht wurde, weil ich auch da schon wusste, dass die Welt böse und gemein sein kann. Jedenfalls hat man als Gegenargument angeführt, dass man für die Eigenschaft, die einem vielleicht fehlt eine andere hat. Wenn man also kein Mathe kann, ist man halt in Deutsch gut, so ungefähr. Aber da kann leicht ein starkes Ungleichgewicht auftreten. Ein Kind im Entwicklungsland, kann nämlich noch so gut in Mathe sein, den Mangel an Nahrungsmittel, in den es unschuldig hineingeborgen wurde, wiegt das ja eher nicht auf...
So ungefähr ist es meiner Meinung nach auch mit dem Glück und dem Pech. Allerdings ist dabei auch viel davon abhängig, ob man glaubt, dass ein kleines Glück ein großes Pech vielleicht manchmal doch ausgleichen kann.

Sonntag, Oktober 12, 2008

Pech ist das neue Glück


Das Pech des einen ist das Glück des anderen. In vielen Fällen zumindest. Beispielsweise, wenn jemand Geld verliert (das nehmen wir mal als Pech an) und jemand anderes es findet (das wäre dann wohl Glück). Kann man aber nicht auch das eigene Pech aus einem bestimmten Blickwinkel als Glück betrachten, es irgendwie positiv (wieder-)verwerten? Wenn man Pech hat, bringt man, wie eben festgestellt, meistens jemand anderem Glück. Man wird zum Beispiel entlassen und jemand anderes wird eingestellt. Man wird verlassen und jemand anderes kann gefunden werden. Macht es nicht auch glücklich, anderen Leuten Glück zu bringen? Obwohl es vielleicht ein bisschen weit geht, könnte man Pechvögel demzufolge ja genauso gut auch als Glücksbringer bezeichnen. Vielleicht ist es sogar möglich eine Art Kette in Gang zu setzen, indem man Pech hat, das jemand anderen glücklich macht, der dadurch wiederum in einem anderen Lebensbereich Pech haben müsste. Beispielsweise bekommt er die Stelle, aus der man gerade entlassen wurde, wird dafür aber von seinem Partner verlassen, weil für diesen jetzt nicht mehr genug Zeit übrig ist. Er hat also auch Pech, wodurch der nächste Glück bekommt. Es ist gewissermaßen befreiend zu wissen, dass das eigene Pech nicht nur Glück für jemand anderen, sondern vielleicht auch für einen selbst bedeuten kann, wenn man nicht vergisst, dass es niemals möglich ist nur zu nehmen oder nur zu geben.

Dienstag, Oktober 07, 2008

Das erste Mal

...tut beim bloggen glücklicherweise gar nicht weh. Noch nicht mal ein bisschen, weil ich meinen ersten Besuchern ja erstmal nur erklären will, was dieses Blog ist und wovon es handelt und warum ich es schreibe.
Es war eine lange, anstrengende Angelegenheit, zu entscheiden was für eine Art von Blog es werden sollte. Nach mehr oder weniger eingehender Lektüre des empfehlenswerten Buches "Blogging for Dummies" wusste ich immerhin schon mal, dass es überhaupt verschiedenen Typen von Blogs gibt. Ein persönliches Tagebuch - Blog oder ein Themenbezogenes. Keine großartigen Auswahlmöglichkeiten, besonders da das Wort "persönlich" schon suggeriert, dass es eigentlich keiner lesen soll und "themenbezogen" extrem langweilig klingt. Was das hier wird, ist daher eher ein experimentelles Mischmasch. Ich gebe euch einen Einblick, in die Themen, die mich beschäftigen und dazu anregen über den Tellerrand hinauszublicken ohne dabei irgendwelche privaten Details auszuplaudern. Kann sein, dass ich teilweise ein paar allegorisch zu verstehende ausgedachte Geschichten einbringen muss, um deutlicher zu werden... Was sich genau hieraus entwickeln wird, ist noch nicht ganz abzusehen, was mir persönlich allerdings gefällt, wo doch schon Shakespeare wusste: "
Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen"