Sonntag, Oktober 12, 2008

Pech ist das neue Glück


Das Pech des einen ist das Glück des anderen. In vielen Fällen zumindest. Beispielsweise, wenn jemand Geld verliert (das nehmen wir mal als Pech an) und jemand anderes es findet (das wäre dann wohl Glück). Kann man aber nicht auch das eigene Pech aus einem bestimmten Blickwinkel als Glück betrachten, es irgendwie positiv (wieder-)verwerten? Wenn man Pech hat, bringt man, wie eben festgestellt, meistens jemand anderem Glück. Man wird zum Beispiel entlassen und jemand anderes wird eingestellt. Man wird verlassen und jemand anderes kann gefunden werden. Macht es nicht auch glücklich, anderen Leuten Glück zu bringen? Obwohl es vielleicht ein bisschen weit geht, könnte man Pechvögel demzufolge ja genauso gut auch als Glücksbringer bezeichnen. Vielleicht ist es sogar möglich eine Art Kette in Gang zu setzen, indem man Pech hat, das jemand anderen glücklich macht, der dadurch wiederum in einem anderen Lebensbereich Pech haben müsste. Beispielsweise bekommt er die Stelle, aus der man gerade entlassen wurde, wird dafür aber von seinem Partner verlassen, weil für diesen jetzt nicht mehr genug Zeit übrig ist. Er hat also auch Pech, wodurch der nächste Glück bekommt. Es ist gewissermaßen befreiend zu wissen, dass das eigene Pech nicht nur Glück für jemand anderen, sondern vielleicht auch für einen selbst bedeuten kann, wenn man nicht vergisst, dass es niemals möglich ist nur zu nehmen oder nur zu geben.

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ist die Welt wirklich so gerecht?

Anonym hat gesagt…

der gedanke ist echt gut!

ist mal ein anderer Blickwinkel, aus dem ich das so noch nicht gesehen habe, auch wenn man selbst natürlich lieber glück haben will

hast du dir das selbst "ausgedacht" oder ist das von irgenwem?

J.Anna hat gesagt…

nee, das hab ich mir ganz alleine ausgedacht, tihi

Anonym hat gesagt…

Ein netter und optimistischer Gedankengang, der zu gefallen weis. Doch besteht das Problem der Ungewissheit. Denn ist nicht gewiss, dass es wirklich einen anderen gibt der bekommt was man selbst nicht mehr hat. Mit anderen Worten gewiss ist nur, dass die Möglichkeit bestehen könnte und ob das genau so befriedigend ist wage ich zu bezweifeln.

Außerdem kommt noch erschwerend das subjektive Erscheinungsbild des Glückhabenden zum Betrachtungsspektrum hinzu. Denn seien wir mal ehrlich: Wir machen nur jenen eine Freude, die wir mögen, oder die es wirklich verdient haben. Egozentrischen, Selbstverliebten oder unseren Augen Ungerechten machen wir doch wirklich nicht gerne eine Freude.

Schlussendlich würde ich daher sagen, dass unser Pech nur zur abstrakten Möglichkeit von Glück für andere führen kann, was in unserer Eigenwahrnehmung doch nur Ungewissheit ist. Und Ungewissheit ist doch mit einer der Urquellen für viele negative Empfindungen.