Obwohl ich immer gerne auf Kommentare eingehe, muss sich der Macher des jüngsten noch ein bisschen gedulden.
Heute geht es nämlich – obwohl ich noch immer nicht gelernt habe wie man sich im Edward Cullen Style schminkt – mal um was ganz anderes, allgegenwärtiges. Um gleich auf den Punkt zu kommen, es geht um Twilight. Fast jeder unter zwanzig und auch viele über zwanzig liegen dem Hype total zu Füßen und so auch ich, wobei das eindeutig nicht der geistigen, sondern der emotionalen Ebene zuzuordnen ist. Um jetzt zu „rezensieren“... in meinen Augen handelt es sich nicht um eine x-beliebige Idee, die die Träume eines Haufens von Teenagern bedient, sondern viel mehr ein neuromantisches Kunststück, das seine Entfaltung mit der Verfilmung des Romans perfektioniert. Universalpoesie und so. Ich finde, die Autorin erreicht mit ihrem Werk in sehr großem Maße, was die Romantiker früher, zumindest partiell erreichen wollten: Eine Öffnung und Hinwendung zur Welt der Träume und Poesie. Richtig eingelesen, eingedeckt mit Film und Soundtrack verliert man, sofern man nicht total spießig und phantasielos ist, leicht den Boden unter den Füßen und schwebt für eine mehr oder minder lange Zeit nur noch in einer Wolke von Sehnsucht und unerfüllten Illusionen umher. Skeptikern möchte ich an dieser Stelle ans Herz legen, dass ich nicht von mir speziell spreche, sondern über diese Tatsache unter „Kennern“ ein gewisser Konsens herrscht. Das Gefühl ist nicht vergleichbar mit dem Gefühl eines obsessiven World of Warcraft-Spielers, der als Kampfelf durch irgendwelche Fantasywelten streift. Der Unterschied liegt im Bezug zur Realität im Gegensatz zum Kampfelf, wissen die Twilight-Addicts ziemlich genau, dass sie weder in die Geschichte hinein, noch diese zur Realität lassen können. Sie haben keinen Eigeneinfluss auf die Storyline, was sie zu hilflosen bzw. dankbaren Zuschauern macht, in deren Köpfen immer präsent ist, dass sich der Vorhang irgendwann senken wird und sie der Realität, die neben der Illusion verblasst, wieder ins Auge blicken müssen.
Ob das ganze Spiel mit der Flucht in eine schöne Traumwelt nun positiv ist oder nicht, bleibt die Frage. Die stellte sich aber damals, zur Zeit der klassischen Romantik genauso. Beschränkt man seinen Wahrnehmungshorizont allerdings auf die paar Dinge, die in den Grenzen der „greifbaren Realität“ möglich sind, machen weder Realität noch Illusion mehr Spaß.
1 Kommentar:
Julia, du sprichst mir aus dem herzen, ich stimme dem konsens auch zu ;)wie wärs denn mal demnächst mit nem twilight abend?? :D
sandra
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